Ethereum hat am Mittwoch dieser Woche (7. Januar) einen bedeutenden Fortschritt bei der Skalierbarkeit erzielt. Der zweite Blob Parameter-Only (BPO) Hard Fork wurde um 09:00 Uhr Taipei-Zeit offiziell aktiviert und hat die Blob-Beschränkung von 15 auf 21 erhöht. Dies ist der erste Schritt in einer Reihe von Skalierungs-Upgrades im Jahr 2026.
Blob (Binary Large Object, binäres Großobjekt) ist eine revolutionäre Technologie, die im Dencun-Upgrade 2024 in Ethereum eingeführt wurde. Es bietet ein spezielles „temporäres Datenspeichergebiet“ für Layer-2-Netzwerke, sodass Rollup-Lösungen Transaktionsdaten zu extrem niedrigen Kosten auf die Blockchain packen können.
Jede Blob-Einheit kann 128 KB Daten aufnehmen. Nach diesem Upgrade kann Ethereum pro Block maximal 21 Blobs enthalten, was die Datenkapazität pro Block von ursprünglich 1.920 KB auf 2.688 KB erhöht – eine Steigerung um 40%.
Wichtige Kennzahlen:
Es ist wichtig zu beachten, dass dieser BPO-Hard Fork gleichzeitig den Zielwert (target) für Blobs von 10 auf 14 erhöht hat. Entwickler sind allgemein der Meinung, dass dieser Indikator wichtiger ist als die Beschränkung selbst.
Der Grund: Wenn das Netzwerk langfristig nahe an der Grenze von 21 Blobs arbeitet, könnte dies zu erheblichen Bandbreiten- und Speicherbelastungen für die Knoten führen. Der Zielwert ist so gesetzt, dass das Netzwerk bei normaler Nutzung in einem gesunden Belastungsniveau bleibt und nur bei plötzlichem Nachfrageanstieg die Grenze erreicht.
Mehr Blob-Speicher bedeutet, dass mehr Transaktionen durch Rollups auf die Chain gepackt werden können, was die Transaktionskosten bei Mainnet-ähnlichen Layer-2-Lösungen wie Arbitrum, Optimism und Base direkt senkt. Das ist eine große Erleichterung für DeFi-Nutzer und Hochfrequenzhändler, die niedrige Gebühren anstreben.
Neben der Skalierung des L2-Netzwerks trägt die Erweiterung der Blobs auch dazu bei, die Gas-Gebühren auf dem Ethereum-Mainnet stabil zu halten. Laut Daten von YCharts sind die Transaktionskosten seit dem ersten BPO-Hard Fork am 9. Dezember 2025 deutlich stabiler geworden.
Wenn mehr Daten in den Blob-Speicher ausgelagert werden, sinkt die Überlastung des Mainnets, und die Gas-Gebühren werden kontrollierbarer. Das ist eine konkrete Verbesserung für die alltägliche Nutzererfahrung.
Neben dem Blob-Upgrade diskutieren Ethereum-Entwickler auch aktiv eine weitere wichtige Maßnahme: Erhöhung des Gas Limits.
Auf dem All Core Developers Meeting am 15. Dezember 2025 wurde die Erhöhung des Gas Limits von derzeit 60 Millionen auf 80 Millionen diskutiert. Dies würde die Anzahl der Transaktionen pro Block und die Anzahl der Smart-Contract-Operationen direkt erhöhen, was die Gesamtdurchsatzrate weiter steigert und möglicherweise die Gebühren senkt.
Noch spannender ist die im Jahr 2026 geplante Glamsterdam Hard Fork. Dieses Upgrade bringt zwei revolutionäre Veränderungen:
Glamsterdam plant, das Gas Limit von 80 Millionen auf 200 Millionen deutlich zu erhöhen – mehr als das Dreifache des aktuellen Niveaus. Dies schafft ausreichend Platz für komplexe institutionelle DeFi-Anwendungen und groß angelegte On-Chain-Aktivitäten.
Noch wichtiger ist, dass Glamsterdam durch EIP-7928 die Einführung von „Block Access Lists“ (Blockzugriffslisten) bringt, um das sogenannte „Perfekte Parallele Processing“ zu realisieren.
Diese Technik wird das bestehende „Single Lane“-Transaktionsverarbeitungsmodell von Ethereum in eine „Multi-Lane“-Schnellstraße verwandeln. Mehrere Transaktionen können gleichzeitig parallel verarbeitet werden, anstatt nacheinander in der Warteschlange zu stehen. Dadurch steigt der Transaktionsdurchsatz erheblich.
| Datum | Maßnahme | Hauptverbesserung |
|---|---|---|
| 2025/12/9 | Erste BPO-Hard Fork | Blob-Beschränkung erhöht, Gas-Gebühren stabilisiert |
| 2026/1/7 | Zweite BPO-Hard Fork | Blob 15→21, Zielwert 10→14 |
| 2026 Q1 | Gas Limit Anpassung | 60 Mio → 80 Mio |
| 2026 H2 | Glamsterdam Hard Fork | Gas Limit auf 200 Mio + Parallele Verarbeitung |
Dieses Upgrade markiert den Beginn einer „schnellen Skalierungsphase“ für Ethereum. Von der Einführung der Blobs im Dencun-Upgrade 2024, über die Erhöhung des Staking-Limits im Pectra-Upgrade 2025, bis hin zum BPO-Hard Fork und dem kommenden Glamsterdam – der Skalierungspfad von Ethereum wird immer klarer.
Mit sinkenden Layer-2-Transaktionskosten und zunehmender Durchsatzleistung des Mainnets wird Ethereum voraussichtlich im Jahr 2026 größere Mengen an RWA (Real-World Assets)-Tokenisierung, institutionellen DeFi-Anwendungen und Billionen Dollar an On-Chain-Assets bewältigen.
Dies ist nicht nur ein technisches Upgrade, sondern ein entscheidender Schritt auf dem Weg, Ethereum zur „Weltcomputermaschine“ zu machen.
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