Europäische Kommission schlägt erweiterte Befugnisse für ESMA vor und löst Bedenken in der Branche aus
Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zur Ausweitung der Befugnisse der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ((ESMA)) vorgestellt, mit dem Ziel, die Aufsicht über wichtige Marktinfrastrukturen zu integrieren. Während damit eine stärkere regulatorische Kohärenz erreicht werden soll, äußern Branchenvertreter Bedenken hinsichtlich einer möglichen Zentralisierung und deren Auswirkungen auf Blockchain- und Fintech-Unternehmen in ganz Europa.
Am Donnerstag veröffentlichte die Kommission ein Gesetzespaket, das ESMA „direkte Aufsichtsbefugnisse“ über bedeutende Akteure wie Anbieter von Krypto-Assets-Dienstleistungen, Handelsplätze und zentrale Gegenparteien einräumen soll. Dieser Schritt würde ESMA sowohl für die Lizenzierung als auch für die Aufsicht von Krypto- und Fintech-Unternehmen innerhalb der Europäischen Union zuständig machen und markiert damit einen bedeutenden Wandel in der regulatorischen Landschaft dezentraler Märkte.
Kritiker warnen, dass ein derart zentralisierter Ansatz die Lizenzierungsprozesse verlangsamen und Innovationen bei Start-ups behindern könnte. Faustine Fleuret, Leiterin für Public Affairs beim dezentralen Kreditprotokoll Morpho, äußerte die Sorge, dass die ausgeweitete Rolle der ESMA sowohl die Zulassung als auch die Aufsicht umfassen würde – ein potenzieller Engpass für junge Unternehmen.
Der Vorschlag muss noch vom Europäischen Parlament und dem Rat genehmigt werden, die sich derzeit in Verhandlungen befinden. Sollte er umgesetzt werden, würde das Regulierungsmodell dem zentralisierten Aufsichtsrahmen ähneln, wie er in den Vereinigten Staaten existiert, wie die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, Anfang des Jahres anmerkte.
Zur Entschärfung dieser Bedenken betonen Branchenexperten, dass der Erfolg der Reform stärker von der praktischen Umsetzung als von der rechtlichen Struktur abhängt. Elisenda Fabrega, General Counsel bei Brickken, einer Tokenisierungsplattform, merkte an, dass Ressourcenzuteilung, operative Kapazitäten, Unabhängigkeit und Kooperationskanäle mit den Mitgliedstaaten entscheidend für die Wirksamkeit der Reform sein werden. Sie warnte, dass das neue Mandat ohne ausreichende Ressourcen unüberschaubar werden könnte, was insbesondere für kleinere oder innovative Unternehmen zu Verzögerungen oder übervorsichtigen Bewertungen führen könnte.
Das übergeordnete Ziel der Initiative ist es, die europäischen Finanzmärkte zu stärken und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf globaler Ebene zu erhöhen. Derzeit übersteigt der US-Aktienmarkt einen Wert von $62 Billionen und macht damit fast die Hälfte des weltweiten Aktienmarktes aus, während der EU-Aktienmarkt bei etwa $11 Billionen liegt, was rund 9 % des Gesamtvolumens entspricht, so Daten von Visual Capitalist.
Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht als European SEC Proposal Sparks Licensing Worries & Institutional Goals auf Crypto Breaking News – Ihrer vertrauenswürdigen Quelle für Krypto-News, Bitcoin-News und Blockchain-Updates.