Am 9. März wurden die steigenden globalen Energiepreise und die zunehmenden geopolitischen Spannungen bekannt, was die Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft der USA deutlich verstärkte. Neue Daten verschiedener Prognoseplattformen zeigen, dass die Erwartungen der Investoren hinsichtlich einer Rezession in den USA im Jahr 2026 schnell steigen, was zu einer breiten Aufmerksamkeit auf den Finanzmärkten führt.
Derzeit schätzen Händler auf der Prognoseplattform Polymarket die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA bis Ende 2026 auf etwa 40 %. Eine andere Prognoseplattform, Kalshi, zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit bei etwa 36 % liegt, was im Vergleich zu früher deutlich erhöht ist. Solche Märkte basieren in der Regel auf der Annahme, dass die tatsächliche BIP-Wachstumsrate in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen negativ ist oder dass das National Bureau of Economic Research (NBER) offiziell eine Rezession erklärt.
Ein wichtiger Hintergrund für die Neubewertung der Marktrisiken ist die heftige Volatilität auf den Energiemärkten. Kürzlich verschärfte sich die Lage im Nahen Osten, da Konflikte zwischen den USA, Israel und Iran eskalierten, was die globale Versorgungskette für Energie beeinträchtigt. Die internationalen Ölpreise sind seit 2022 erstmals wieder über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Ökonom Peter Schiff weist darauf hin, dass ein rapider Anstieg der Ölpreise oft Druck auf das Wirtschaftswachstum ausübt und ein bedeutender Auslöser für eine Rezession sein kann.
Gleichzeitig sendet der US-Arbeitsmarkt schwache Signale. Laut Daten des US Bureau of Labor Statistics sank die Zahl der Nichtlandarbeitsplätze im Februar 2026 um etwa 92.000, die Arbeitslosenquote stieg auf 4,4 %. In den letzten fünf Monaten gab es drei Rückgänge bei den Beschäftigungszahlen, was als ein bedeutendes Zeichen für eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik gilt.
Der Makroanalyst Henrik Zeberg beobachtet anhand des Konjunkturzyklus-Modells, dass sein Synchronindikator (COI) ein „Rezessionsherannahme“-Signal ausgesendet hat. Nach mehreren früheren Auslösungen begann die Rezession meist innerhalb von 1 bis 3 Monaten, während das NBER die Rezession erst nach 9 bis 12 Monaten offiziell bestätigte.
Zusätzlich nehmen die Belastungen auf den Finanzmärkten zu. Einige Private-Equity-Kreditinstitute haben bereits Beschränkungen bei Rücknahmen eingeführt. So hat BlackRock Rücknahmebeschränkungen für seinen etwa 26 Milliarden US-Dollar schweren Private-Equity-Kreditfonds verhängt, und der Fonds OBDC II von Blue Owl Capital hat die vierteljährlichen Rücknahmen ausgesetzt und stattdessen eine schrittweise Auszahlung durch Asset-Verkäufe eingeführt.
Vor dem Hintergrund steigender Risikobereitschaft steigt auch der Hedging-Bedarf deutlich. Daten zeigen, dass die Put-Optionen auf mehrere US-Kredit-ETFs auf etwa 11,5 Millionen Stück gestiegen sind, und die Put-Options-Spreads auf den S&P 500-Index haben das höchste Niveau seit dem Bärenmarkt 2022 erreicht. Analysten sind der Ansicht, dass die Energiepreisschocks, die Schwäche im Arbeitsmarkt und der Druck im Finanzsystem die Hauptfaktoren sind, die die Erwartungen einer Rezession in den USA weiter anheizen.