Was ist (Volatilität) und wie kann sie Ihnen helfen, besser zu handeln

Wenn Sie Händler oder Investor sind, mag der Begriff “Volatilität” zunächst wie ein technischer Fachbegriff erscheinen, der kompliziert und einschüchternd wirkt. Doch in Wirklichkeit ist sie ein wichtiges Werkzeug, das Ihnen hilft, Marktbewegungen besser zu verstehen und vorherzusagen. Volatilität oder “Schwankungsbreite” ist eine Messgröße, die zeigt, wie stark sich der Preis eines Vermögenswerts (Aktien, Währungen, Rohstoffe) vom Durchschnittswert entfernt. Darüber hinaus hilft sie Ihnen, das Risiko einzuschätzen und rationale Handelsstrategien zu entwickeln.

Volatilität hat viele Dimensionen: Von Theorie bis Praxis

Volatilität ist nicht nur eine Zahl auf dem Bildschirm ohne Bedeutung. Sie spiegelt die Angst, Hoffnung und Entscheidungen aller Investoren im Markt wider. Wenn die Preise schnell schwanken, zeigt das, dass die Marktteilnehmer sich uneinig sind, wo die Preise eigentlich stehen sollten.

Technisch gesehen misst die Volatilität die Rate der Preisänderungen. Sie wird meist durch die Standardabweichung der Renditen in einem bestimmten Zeitraum berechnet. Je höher dieser Wert, desto stärker bewegen sich die Preise, was auf größere Unsicherheit hinweist, aber auch auf potenzielle Gewinnchancen.

Warum ist Volatilität ein unverzichtbares Werkzeug für Trader?

Für Anfänger ist das Verständnis der Volatilität vor allem bei der Risikomanagement wichtig. Wenn Sie Aktien mit hoher Volatilität kaufen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs nach unten abweicht, was Ihren Portfolio-Wert kurzfristig stark beeinflussen kann.

Erfahrene Trader sehen in hoher Volatilität jedoch auch eine Chance auf Gewinne, weil die Kursbewegungen intensiver sind und somit größere Gewinnpotenziale bestehen.

Außerdem hilft die Volatilität bei der Auswahl geeigneter Handelsstrategien. Manche Trader bevorzugen volatile Märkte, weil sie kurzfristig schnelle Gewinne bieten, während andere sich von der Unsicherheit abschrecken lassen. Das Wissen darüber, mit welchem Markt Sie es zu tun haben, ist entscheidend für die Planung.

Auswirkungen der Volatilität, die Sie kennen sollten

Einfluss auf den Investmentwert

Steigt die Volatilität, schwankt auch Ihr Portfolio entsprechend. Wenn Sie in verschiedene Vermögenswerte investieren, kann Diversifikation einige Schwankungen abmildern, aber das Risiko des Gesamtmarktes bleibt bestehen.

Erhöhte Handelskosten

Bei hoher Volatilität sind die Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) meist größer, was bedeutet, dass Sie beim Eröffnen von Positionen mehr bezahlen. Deshalb ist die Wahl eines Brokers mit niedrigen Spreads besonders wichtig, vor allem in volatilen Märkten.

Wie misst man Volatilität: Von Beta bis VIX

Es gibt verschiedene Methoden, um die Volatilität zu messen, je nachdem, was Sie analysieren möchten.

Standardabweichung

Die einfachste Methode: Sie berechnen die tägliche Preisänderung, quadrieren diese Differenzen vom Durchschnitt, ermitteln den Durchschnitt dieser quadrierten Werte und ziehen die Quadratwurzel. Das Ergebnis zeigt, wie stark die Preise im Durchschnitt vom Mittelwert abweichen.

Beispiel: Wenn eine Aktie in vier Tagen 10, 12, 9 und 14 Euro kostet:

  1. Durchschnitt = (10 + 12 + 9 + 14) / 4 = 11,25
  2. Differenzen = -1,25; 0,75; -2,25; 2,75
  3. Quadrierte Differenzen = 1,56; 0,56; 5,06; 7,56
  4. Summe = 14,74
  5. Durchschnitt = 14,74 / 4 = 3,69
  6. Quadratwurzel = 1,92

Die Standardabweichung beträgt 1,92 Euro, was bedeutet, dass die Preise im Normalfall nicht mehr als 1,92 Euro vom Durchschnitt abweichen.

VIX-Index: “Angstindex” des Marktes

Der VIX (Volatility Index) der Chicago Board Options Exchange (CBOE) ist einer der bekanntesten Indikatoren. Er misst die erwartete Volatilität des S&P 500 in den nächsten 30 Tagen.

Hoher VIX = Angst im Markt, teure Optionen, größere Gewinnchancen
Niedriger VIX = ruhiger Markt, günstige Optionen, begrenzte Chancen

Beta

Beta misst, wie stark ein Vermögenswert im Vergleich zum Gesamtmarkt schwankt.

Beta = 1: Der Vermögenswert bewegt sich im Einklang mit dem Markt
Beta > 1: Der Vermögenswert ist volatiler als der Markt (risikoreicher)
Beta < 1: Der Vermögenswert ist weniger volatil (sicherer)

Beispiel: Ein Wert mit Beta 1,5 bewegt sich im Durchschnitt 1,5-mal so stark wie der Markt. Wenn der Markt um 10 % steigt, steigt dieser Wert etwa um 15 %.

Zwei Arten von Volatilität, die man beim Trading verstehen sollte

Historische Volatilität

Misst, wie stark sich die Preise in der Vergangenheit verändert haben. Wenn die historische Volatilität steigt, hat der Markt kürzlich starke Schwankungen erlebt.

Vorteil: Verstehen, wie stark sich die Preise in den letzten 30, 60 oder 180 Tagen verändert haben.

Implizite Volatilität

Die Markterwartung hinsichtlich zukünftiger Preisänderungen, abgeleitet aus Derivaten wie Optionen.

Vorteil: Erkennt, was der Markt in Zukunft erwartet. Bei wichtigen Ankündigungen, z.B. der Federal Reserve, steigt die implizite Volatilität oft vor der Bekanntgabe.

Wie man die Volatilität berechnet, um effektiv zu handeln

Auch wenn die manuelle Berechnung Schritt für Schritt mühsam ist, hilft das Verständnis dabei, die Ergebnisse der Software oder Plattformen besser zu interpretieren.

Berechnungsschritte:

  1. Sammeln Sie die Preise des Vermögenswerts in einem gewählten Zeitraum (z.B. 60 Tage)
  2. Berechnen Sie die täglichen Renditen
  3. Ermitteln Sie den Durchschnitt dieser Renditen
  4. Quadrieren Sie die Differenzen vom Durchschnitt
  5. Berechnen Sie den Durchschnitt dieser quadrierten Differenzen (Varianz)
  6. Ziehen Sie die Quadratwurzel – das ist die Standardabweichung

Wichtig: Sie müssen die Ergebnisse richtig interpretieren. Eine höhere Volatilität bedeutet nicht, dass der Vermögenswert schlecht ist, sondern nur, dass mehr Unsicherheit besteht.

Volatilität im Forex-Markt: Chancen und Risiken

Der Forex-Markt zeigt je nach Zeitrahmen unterschiedliche Volatilität. Manche Währungspaare sind stabil, andere sehr volatil.

Währungspaare mit geringer Volatilität:

  • EUR/USD – am stabilsten
  • USD/CHF
  • NZD/USD
  • EUR/GBP

Diese eignen sich für Trader, die Stabilität bevorzugen und begrenzte Verluste anstreben.

Währungspaare mit hoher Volatilität:

  • USD/ZAR
  • USD/MXN
  • USD/TRY

Diese sind risikoreicher, bieten aber auch größere Gewinnchancen.

Trading-Strategien für volatile Forex-Märkte

Technische Indikatoren nutzen

  1. Bollinger-Bänder – zeigen, wann der Preis außerhalb der Bänder liegt, was auf eine mögliche Umkehr hindeutet.
  2. Average True Range (ATR) – misst die durchschnittliche Bewegung, hilfreich für Stop-Loss- und Take-Profit-Setzungen.
  3. RSI (Relative Strength Index) – zeigt Überkauft- oder Überverkauft-Zustände.

Effektiver Einsatz von Stop Loss

Der wichtigste Schutz im volatilen Forex-Handel. Ein Trailing Stop kann helfen, Gewinne zu sichern, während Sie Verluste begrenzen.

Handelsplan konsequent verfolgen

Emotionen sind bei hoher Volatilität eine Gefahr. Ein klarer Plan und Disziplin helfen, die Schwankungen zu bewältigen.

Strategien zum Schutz des Portfolios vor Volatilität

Langfristig investieren

Kurzfristige Schwankungen sollten Sie bei einer langfristigen Anlage nicht beunruhigen. Sie signalisieren nur, dass sich der Markt bewegt. Über die Zeit sind die Renditen meist positiv.

Volatilität als Chance sehen

Bei fallenden Kursen ist das eine Gelegenheit zum günstigen Einstieg für langfristige Investoren. Kluge Trader sehen in der Volatilität eine Verkaufsgelegenheit mit Rabatt.

Asset Allocation ausbalancieren

Nicht alles sollte in “risikoreiche Aktien” investiert werden. Eine ausgewogene Mischung aus:

  • Hochvolatilitätsaktien (Growth Stocks) und Dividendenaktien
  • Anleihen (Bonds) und Aktien (Equities)
  • Hauptwährungen und exotischen Währungen

macht das Portfolio widerstandsfähiger.

Zusammenfassung: Volatilität ist die Kraft, die kontrolliert werden will

Volatilität ist kein Feind, sondern ein neutrales Werkzeug. Wer sie versteht und richtig nutzt, kann effizient Gewinne erzielen. Unachtsame Trader riskieren hingegen, Geld zu verlieren.

Ein tiefgehendes Verständnis von Volatilität – von den Grundrechenarten bis hin zu strategischen Anwendungen – macht Sie zu einem klügeren Trader.

Und das Wichtigste: Investieren Sie in Bildung und Übung. Probieren Sie ein kostenloses Demokonto aus, um die Bewegungen der Volatilität in realen Situationen zu erleben. Mit virtuellem Geld können Sie Vertrauen aufbauen und Ihre Fähigkeiten verbessern, ohne echtes Risiko.

Denken Sie daran: Erfolg beim Trading kommt nicht vom Raten, sondern vom tiefen Verständnis des Marktes. Die Volatilität ist nur ein Teil des großen Ganzen.

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