Südkorea erlaubt professionellen Investoren den Einstieg, tausende Institutionen werden die Struktur des Kryptowährungsmarktes neu gestalten

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Nach einer neun Jahre andauernden Verbotsperiode steht der koreanische Kryptowährungsmarkt vor einem historischen Wendepunkt. Laut den neuesten Richtlinien der Korea Financial Services Commission (FSC) haben professionelle Investoren und börsennotierte Unternehmen nun die legale Erlaubnis, an Transaktionen mit Krypto-Assets teilzunehmen, was die bestehende Marktwelt grundlegend verändern wird. Tausende qualifizierte juristische Personen bereiten sich auf den Einstieg vor, was voraussichtlich hunderte Billionen Won an neuen Mitteln in den heimischen Krypto-Markt einspeisen wird. Wie wird diese politische Wende den einst von Privatanlegern dominierten Markt neu gestalten? Können nach dem massiven Einstieg institutioneller Gelder die koreanischen Krypto-Märkte den Schatten des „Kimchi Premium“ hinter sich lassen?

Neun Jahre Verbot endlich gelockert, juristische Personen dürfen an Krypto-Investitionen teilnehmen

2017 erlebte Bitcoin in Korea einen explosionsartigen Anstieg, das Phänomen des „Kimchi Premium“ wurde sichtbar, Privatanleger stürzten sich in Spekulationswellen, und ICO-Skandale häuften sich. Angesichts der außer Kontrolle geratenen Märkte griff die koreanische Aufsichtsbehörde schnell durch und verhängte ein Verbot für Unternehmen, sich im Bereich der Krypto-Assets zu engagieren. Dieses Verbot wurde zunächst als notwendig erachtet, um die Spekulationswelle einzudämmen.

Doch nach neun langen Jahren änderte sich die Haltung der Regulierungsbehörden grundlegend. Mit der Einführung von Bitcoin-Spot-ETFs in den wichtigsten globalen Märkten festigte sich die Position der Krypto-Assets in den Portfolios institutioneller Investoren zunehmend. Die koreanische Regierung erkannte, dass ein Festhalten an alten Regeln die Welle der Finanzinnovation verpassen würde. Im „2026 Economic Growth Strategy“ wurde die Digitalisierung explizit in die zukünftige Finanzlandschaft integriert, was eine bedeutende Richtungsänderung in der Politik widerspiegelt.

Laut den im Februar letzten Jahres veröffentlichten „Plan zur Förderung des virtuellen Asset-Marktes“ plant die Aufsichtsbehörde, einigen risikotoleranten professionellen Investoren die Eröffnung von Realnamen-Handelskonto zu ermöglichen. Ein kürzlich veröffentlichter Richtlinienentwurf macht zudem deutlich, dass etwa 3.500 börsennotierte Unternehmen und Firmen, die gemäß dem Kapitalmarktgesetz als professionelle Investoren registriert sind, zu den ersten institutionellen Akteuren gehören werden, die die Erlaubnis zum Einstieg erhalten.

Die neuen Investitionsgrenzen sind auf 5 % des Jahresnettovermögens des jeweiligen Unternehmens festgelegt, die Investitionsarten beschränken sich auf die Top-20-Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung, mit Fokus auf liquide Assets wie Bitcoin und Ethereum. Die Rangfolge wird halbjährlich anhand der Daten des DAXA (ein Zusammenschluss der fünf größten koreanischen Börsen) bestimmt. Die FSC hat zudem Maßnahmen zur Handelsüberwachung umgesetzt, um große Orders durch Aufteilung zu verhindern und so Marktpreis-Schocks durch institutionelle Gelder zu vermeiden.

Laut FSC wird die endgültige Richtlinie voraussichtlich im Januar oder Februar 2026 veröffentlicht. Wenn die Richtlinien reibungslos umgesetzt werden, dürften Unternehmens- und Institutionen-Kryptohandel bis Ende des Jahres offiziell starten.

Privatanleger-Dominanz wird neu geschrieben, massiver Einstieg professioneller Investoren erwartet

Der koreanische Krypto-Markt befindet sich seit langem in einem unausgewogenen Ökosystem. Aufgrund des Investitionsverbots für Unternehmen wird der Markt vollständig von Privatanlegern dominiert, während professionelle Investoren und institutionelle Gelder außen vor bleiben. Diese Struktur hat zwar Spekulationen zeitweise eingedämmt, führte aber auch dazu, dass der heimische Markt den globalen institutionellen Trends entfremdet war, was sich in geringeren Handelsvolumina und Aktivitätsraten widerspiegelte.

Im Vergleich dazu ist die Beteiligung institutioneller Akteure auf den globalen Reifegraden des Krypto-Marktes deutlich höher. Große Fonds, Banken, Versicherungen und andere professionelle Investoren sind bereits die treibenden Kräfte. Das langfristige Fehlen koreanischer Institutionen hat nicht nur die Tiefe des heimischen Marktes geschwächt, sondern auch dazu geführt, dass viele institutionelle und vermögende Anleger, die nach digitalen Asset-Allocations suchen, ihre Mittel ins Ausland verlagert haben.

Mit der Aufhebung des Verbots wird sich diese Situation grundlegend ändern. Konkret: Laut Berechnungen des Investitionslimits, das auf die Übernahme des Krypto-Börsenbetreibers Upbit durch den koreanischen Internetriesen Naver mit einem Buchwert von 27 Billionen Won basiert, könnten theoretisch etwa 10.000 Bitcoin erworben werden. Der Eintritt solcher professioneller Investoren wird die Liquiditätstiefe des heimischen Marktes erheblich verbessern, koreanische Gelder, die bisher im Ausland gewartet haben, könnten zurückfließen. Branchenexperten schätzen, dass nach der Freigabe potenziell mehrere zehn Billionen Won an Mitteln in den Markt strömen könnten.

Darüber hinaus wird die Öffnungspolitik die Entwicklung in den Bereichen heimischer Krypto-Unternehmen, Blockchain-Startups sowie Verwahrung, Venture Capital und verwandter Branchen anregen. Mit der Beteiligung professioneller Investoren erhalten diese Unternehmen größere Entwicklungsmöglichkeiten und eine stärkere Marktakzeptanz.

Chancen und Herausforderungen durch den Zustrom institutioneller Gelder

Die Freigabe-Politik bringt zweifellos neue Entwicklungschancen für den koreanischen Krypto-Markt. Der Zustrom institutioneller Gelder wird die Expansion koreanischer Krypto-Unternehmen vorantreiben, ausländische Krypto-Institutionen nach Korea locken und die Position des Landes als asiatisches Krypto-Finanzzentrum stärken. Zudem könnte die Legalisierung legaler Token-Holdings grenzüberschreitende Blockchain-Projekte fördern.

Doch es gibt auch reale Herausforderungen. Einerseits bedeutet die Begrenzung auf 5 % des Vermögens eine vergleichsweise konservative Beteiligung, was die Marktimpulse begrenzen könnte. Andererseits sind Bitcoin-Spot-ETFs, die als sicherere und bequemere Anlageinstrumente gelten, bereits in den wichtigsten Märkten weltweit eingeführt worden. Korea arbeitet ebenfalls an der Einführung eines inländischen Spot-ETFs, was den Anlegern eine einfachere Alternative zum direkten Halten von Coins bieten würde und die Nachfrage nach direkten Käufen durch Unternehmen verringern könnte.

Zudem hat die Erzählung um digitale Assets selbst an Dynamik verloren. Seit der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres ist die Begeisterung für den koreanischen Krypto-Markt deutlich gesunken, viele Investoren haben sich in den Aktienmarkt zurückgezogen. Anfang dieses Jahres erreichte der koreanische KOSPI-Index ein Allzeithoch, Branchen wie Halbleiter, KI, Schiffbau und Verteidigung, die auf soliden Fundamenten basieren, sind für Investoren deutlich attraktiver als Krypto-Assets.

Der Digital Asset Treasury (DAT)-Strategie wurde ursprünglich große Hoffnungen gemacht, doch die globale DAT-Erzählung ist auf einem Tiefpunkt angekommen. Abgesehen von Pionieren wie Strategy verzeichnen die meisten Krypto-Treasury-Unternehmen weiterhin Verluste, da die Kurse sowohl bei Coins als auch bei Aktien gefallen sind. Das Investoreninteresse ist deutlich zurückgegangen. Vor diesem Hintergrund ist es unwahrscheinlich, dass der Einstieg professioneller Investoren den früheren Boom wiederherstellen kann.

Politischer Kurswechsel sendet positives Signal, zukünftige Beobachtungsschwerpunkte

Trotz der zahlreichen Herausforderungen ist die politische Wende in Korea dennoch zu begrüßen. Das Ende der neunjährigen Verbotszeit und die offizielle Öffnung des Krypto-Marktes für professionelle Investoren markieren eine Neubewertung der Regulierungsbehörden hinsichtlich der Branchenentwicklung. Die Umsetzung der Richtlinien und die Gesetzesreformen werden maßgeblich beeinflussen, wie institutionelle Investoren tatsächlich investieren.

In den kommenden zwölf Monaten gilt es, genau zu beobachten: Wann starten professionelle Investoren mit groß angelegten Investitionen? Wie hoch wird der tatsächliche Zufluss institutioneller Gelder sein? Wie entwickeln sich Marktliquidität und Preisvolatilität? Gleichzeitig muss die Krypto-Industrie selbst die Chance nutzen, neue Entwicklungserzählungen zu entwickeln und das Interesse koreanischer Investoren neu zu entfachen – das ist die derzeit wichtigste Aufgabe.

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