Südkorea scheint sich in Richtung eines vertrauteren regulatorischen Pfads für digitale Assets zu bewegen: weniger hin zu dem Erfinden völlig neuer Regeln, sondern mehr hin dazu, tokenisierte Produkte in Rahmenbedingungen einzupassen, die das Finanzsystem bereits kennt. Lokalem Bericht zufolge hat die Demokratische Partei Koreas Bestimmungen für tokenisierte Real-World-Assets, oder RWAs, in ihrem Entwurf des „Digital Asset Basic Act“ aufgenommen. Der berichtete Ansatz würde vorsehen, dass Emittenten tokenisierter RWAs die zugrunde liegenden Vermögenswerte in einen verwalteten Trust einlegen müssen, wie es im Capital Markets Act vorgeschrieben ist. Weitere Einzelheiten würden anschließend per Präsidialerlass festgelegt. Bestehendes Recht, umgewidmet für tokenisierte Finanzen Diese Struktur ist wichtig, weil sie darauf hindeuten könnte, dass Gesetzgeber digitale Asset-Produkte an etabliertes rechtliches „Handwerkszeug“ anbinden wollen, statt sie als etwas völlig Eigenständiges zu behandeln. Bei tokenisierten RWAs wirkt die Trust-Anforderung wie der Versuch, Onchain-Instrumente an klar abgegrenzte zugrunde liegende Vermögenswerte zu binden — dort beginnen in der Regel die Fragen zum Anlegerschutz. Der gleiche Bericht deutet außerdem darauf hin, dass Stablecoins ebenfalls in bestehende Finanzrahmenwerke einbezogen werden könnten. Das würde zu einem größeren Trend in Südkorea passen: Dort sind Debatten über die Ausgabe von Stablecoins zu einem der zentralen Engpässe geworden, die das breitere „Digital Asset Basic Act“ ausbremsen. Verzögerungen treffen bereits lokale Blockchain-Firmen Der Zeitpunkt ist nicht zufällig. Die „Seoul Economic Daily“ berichtete am Mittwoch, dass Verzögerungen beim „Digital Asset Basic Act“ die lokalen Blockchain-Unternehmen bereits unter Druck setzen — von denen einige eine Stablecoin-Infrastruktur gebaut hatten, in der Erwartung, dass die Gesetzgebung früher verabschiedet würde. In manchen Fällen haben Unternehmen die Technologie zwar entwickelt, können aber dennoch keine kommerziellen Aktivitäten starten, weil die rechtliche Grundlage noch nicht fertig ist. Damit ist das nicht mehr nur eine reine Ausarbeitungsübung. Für den digitalen-Asset-Sektor Südkoreas hat sich die Frage verschoben: von der, ob eine Regulierung kommt, zu der, welche regulatorische Architektur zuerst entstehen wird — und ob sie schnell genug eintrifft, damit inländische Unternehmen sie nutzen können, bevor der Schwung woandershin abwandert.