Die Regierungspartei Südkoreas, die Demokratische Partei (Democratic Party), hat am 8. April offiziell den Entwurf des „Digital Asset Basic Act“ (Grundgesetz für digitale Vermögenswerte) vorgelegt. Geplant ist, dass Stablecoins und die Tokenisierung realer Vermögenswerte (RWA) in das bestehende System der Finanzregulierung integriert werden, statt ein völlig neues Gesetz zu schaffen. Wenn diese Gesetzgebung beschlossen wird, wird Südkorea zu einer der wichtigsten Volkswirtschaften in Asien, das digitale Vermögenswerte als erstes in der Region umfassend auf Grundlage bestehender Finanzstrukturen regelt.
Stablecoins: Erlaubnissystem, vollständige Reserven, Verbot von Zinszahlungen
Laut einem Bericht von CoinDesk legt der Gesetzentwurf für „wertgebundene digitale Vermögenswerte“ (also Stablecoins) klare Erfordernisse für die Erteilung von Lizenzen fest. Emittenten müssen eine Lizenz einholen und die Mindestkapitalanforderungen, vollständige Reserven in Form realer Vermögenswerte sowie das Recht der Inhaber sicherstellen, jederzeit zurückzugeben (zu redeemieren).
Besonders hervorzuheben ist, dass der Entwurf ausdrücklich verbietet, dass Emittenten von Stablecoins Inhabern Zinsen, Abschläge oder irgendeine Form von Vergütung zahlen, unabhängig davon, wie diese bezeichnet wird. Diese Vorschrift steht im Gegensatz zu den derzeit in den USA geführten Debatten darüber, ob Stablecoin-Erträge im „Clarity Act“ (Stablecoin-Transparenzgesetz) erlaubt sein sollen.
Was grenzüberschreitende Anwendungen betrifft, schlägt der Entwurf vor, Stablecoins als Zahlungsmittel zu behandeln, das vom „Devisenhandelsgesetz“ (Foreign Exchange Transaction Act) anerkannt ist; Unternehmen, die entsprechende Geschäfte abwickeln, unterliegen der Devisenaufsicht, ohne sich jedoch zusätzlich registrieren zu müssen.
RWA-Tokenisierung: Treuhandstruktur + Zuständigkeit nach dem Kapitalmarktgesetz
Für die Tokenisierung realer Vermögenswerte verlangt der Gesetzentwurf im Teil zu realen Vermögenswerten, dass alle verknüpften realen Vermögenswerte – einschließlich Immobilien, Kunstgegenständen, Rechten des geistigen Eigentums usw. – über Verwahrstellen treuhänderisch verwaltet werden müssen, die dem „Kapitalmarktgesetz“ unterstehen. Das bedeutet, dass auch standardisierte Vermögenswerte wie US-Staatsanleihen und besicherte Kreditforderungen (Asset-Backed Loans) künftig legal als Blockchain-Token emittiert werden können, allerdings unter Einhaltung der bestehenden Wertpapierregeln.
Diese „Anlehnung an bestehende Rechtsvorschriften“-Vorgehensweise sorgt dafür, dass die RWA-Tokenisierung nicht auf ein neues Gesetzgebungsverfahren warten muss und kann voraussichtlich die Markteinführungszeiten für konforme Produkte beschleunigen.
Streit um das Recht zur Stablecoin-Emission: Notenbank vs. Finanzaufsichtsbehörde
Der zentrale Streitpunkt dieser Gesetzgebung liegt jedoch darin, „wer berechtigt ist, Stablecoins auszugeben“. Die Zentralbank Koreas (BOK) vertritt die Auffassung, dass nur Institutionen, in denen die Bankbeteiligung über 51 % liegt, Stablecoins emittieren dürfen, während die Finanzdienstleistungskommission (FSC) warnt, dass dies Innovation abwürgen könnte; auch die Demokratische Partei spricht sich öffentlich gegen die Position der Zentralbank aus.
Dieses Ringen „Banken vs. FinTech“ entscheidet im Wesentlichen über die Wettbewerbslage auf dem Markt für Stablecoins in Korean-Won (KRW): Wenn die Emission nur Banken gestattet ist, würden große Technologie-Zahlungsplattformen wie Kakao Pay und Toss ausgeschlossen; wenn Emissionen für mehrere Akteure geöffnet werden, wäre ein komplexeres aufsichtsrechtliches Rahmenwerk erforderlich, um die finanzielle Stabilität sicherzustellen.
Standards zur Interoperabilität von Blockchains: Verhinderung der Fragmentierung der Liquidität
Ein weiterer beachtenswerter Abschnitt des Gesetzentwurfs ist die Forderung, dass die Finanzdienstleistungskommission Standards zur Interoperabilität über mehrere Blockchains hinweg festlegt. Gesetzgeber befürchten, dass Stablecoins in Zukunft auf verschiedenen Blockchains ausgegeben werden könnten, was zu einer Fragmentierung der Liquidität führen und die Effizienz von Zahlungen sowie die Markttiefe beeinträchtigen könnte.
Wenn das Gesetzesvorhaben nach den Kommunalwahlen im Juni erfolgreich weiter vorangetrieben wird, könnte Südkorea spätestens Ende 2026 bis Anfang 2027 einen vollständigen Aufsichtsrahmen für RWA und Stablecoins etablieren – als neue Referenzgrundlage für die Regulierung digitaler Vermögenswerte in Asien.
Dieser Artikel „Die Regierungspartei Südkoreas legt den „Digital Asset Basic Act“ vor: Stablecoins wie Banken regulieren, RWA-Tokenisierung in das Kapitalmarktgesetz einbinden“ erschien zuerst bei Chain News ABMedia.