SpaceX reicht vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang ein, strebt 75 Mrd. USD an und bereitet sich auf eine behördliche Prüfung vor – vor einem möglichen Börsengang im Juni 2026.
Doppelklassenshares und große Bank-Underwriter wollen die Kontrolle behalten und gleichzeitig einen der größten Börsengänge aller Zeiten unterstützen.
Die Mittel sollen Starship, die Starlink-Expansion und die Infrastruktur finanzieren – vor dem Hintergrund einer begrenzten finanziellen Historie und zunehmender Kritik.
Elon Musks SpaceX hat laut Bloomberg vertraulich eine Anmeldung für einen ersten öffentlichen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Die Einreichung signalisiert Pläne für einen potenziellen Börsengang im Juni 2026 und zielt darauf ab, bis zu 75 Milliarden USD aufzubringen. Der Schritt folgt auf einen wachsenden Kapitalbedarf im Zusammenhang mit der Expansion und erfolgt, während das Unternehmen die regulatorische Rückmeldung über einen privaten Prüfprozess einholt.
Laut Bloomberg reichte SpaceX einen Entwurf zur Registrierung nach Regeln ein, die vertrauliche Einreichungen erlauben, bevor mit dem öffentlichen Marketing begonnen wird. Dieser Ansatz ermöglicht frühe Gespräche mit Regulierungsbehörden und begrenzt zugleich öffentliche Offenlegungen. Wichtige Details wie Preisgestaltung und Zuteilung der Aktien erscheinen jedoch in späteren Einreichungen.
In der Zwischenzeit hat das Unternehmen große Banken für Underwriting-Rollen an Bord geholt. Dazu gehören Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase und Morgan Stanley. Zusätzlich prüft SpaceX eine Struktur mit Doppelklassenshares. Diese Ausgestaltung würde es Insidern, einschließlich Elon Musk, ermöglichen, eine stärkere Stimmrechtskontrolle über Entscheidungen zu behalten.
SpaceX plant, rund 75 Milliarden USD aufzubringen und damit den Börsengang von Saudi Aramco über 29 Milliarden USD aus dem Jahr 2019 zu übertreffen. Falls das gelingt, könnte die Bewertung bei Debüt über 1,75 Billionen USD liegen. Damit würde SpaceX das erste börsennotierte Unternehmen sein, das bei der Notierung die Marke von 1 Billion USD überschreitet.
Laut Axios könnte das Unternehmen bis zu 30% der Aktien an einzelne Privatanleger vergeben. Dieses Niveau liegt über den üblichen Börsengang-Zuteilungen für Retail-Teilnehmer. Bemerkenswert ist, dass dieser Ansatz den Zugang für Investoren im Vergleich zu traditionellen Angeboten erweitern könnte, die typischerweise von Institutionen dominiert werden.
Das Börsengangsvorhaben folgt strukturellen Veränderungen in den Unternehmen von Musk. SpaceX hat kürzlich xAI übernommen und damit ein kombiniertes Gebilde mit einer Bewertung von 1,25 Billionen USD geschaffen. Allerdings merkte Axios an, dass die fusionierte Struktur Investoren nur begrenzte historische Finanzdaten bietet.
Währenddessen legte SpaceX dar, wie es die Erlöse aus dem Börsengang einsetzen will. Das Unternehmen will die Startfrequenz von Starship erhöhen und die datenbasierte Infrastruktur im Weltraum ausbauen. Zudem plant es, die Entwicklung einer Mondbasis zu unterstützen.
Darüber hinaus führt SpaceX weiterhin Falcon-9-Starts durch und erweitert gleichzeitig sein Starlink-Satellitennetz weltweit. Allerdings könnte die regulatorische Prüfung zunehmen – insbesondere im Hinblick auf die Kommunikation von Führungskräften während des Börsengangs.