Gate News Nachrichten: Eine aktuelle Studie von Glassnode zeigt, dass in der dezentralen Handelsplattform Hyperliquid der geografische Standort zunehmend ein entscheidender Faktor für die Handlungsperformance wird. Den Daten zufolge haben Trader mit Sitz in Tokio einen messbaren Vorteil durch geringere Verzögerungen: Ihre Anfragen erreichen die Validierungsknoten in nur 2 bis 3 Millisekunden, während die Latenz bei europäischen Nutzern im Allgemeinen über 200 Millisekunden liegt.
Diese Diskrepanz hängt mit der Infrastruktur-Planung von Hyperliquid zusammen. Seine 24 Validierungsknoten sind in dem Amazon-Cloud-Bereich ap-northeast-1 konzentriert bereitgestellt. Obwohl die APIs über ein globales Netzwerk verteilt werden, sind das zentrale Matching und die Validierung dennoch in Japan gebündelt. Das bedeutet: Nutzer, die näher an den Knoten sind, erhalten beim Eingang der Orders in das Matching-System eine höhere Priorität. Dadurch steigen die Abschlusswahrscheinlichkeit und die Optimierung der Spreads.
Im praktischen Handel wird dieser Vorteil noch verstärkt. Die Daten zeigen, dass die Medianwerte der Round-Trip-Zeit für Orders, die von Tokio-Servern aus gestartet werden, etwa 884 Millisekunden betragen, während die US-Virginia-Knoten sich bei ungefähr 1079 Millisekunden befinden. In einem Hochfrequenzhandelsumfeld reichen rund 200 Millisekunden Unterschied aus, um die Profitabilität zu beeinflussen – insbesondere im Markt für Perpetual Swaps, in dem das Tageshandelsvolumen über 4 Milliarden USD liegt.
Dieses Phänomen hat auch Diskussionen darüber ausgelöst, ob „Dezentralisierung wirklich fair“ ist. Obwohl auf Protokollebene Offenheit und Permissionsfreiheit bestehen, führen physische Einschränkungen in der Ausführung weiterhin zu asymmetrischen Vorteilen zwischen den Teilnehmenden. Einige Brancheninsider weisen darauf hin, dass diese Struktur eher einem Low-Latency-Wettbewerb in der traditionellen Finanzwelt ähnelt.
Es ist zudem bemerkenswert, dass Tokio seit langem eine zentrale Region für Krypto-Infrastrukturen ist. Der CEO von Blockdaemon, Konstantin Richter, sowie der CEX-Manager Stephan Lutz haben beide erwähnt, dass die durch Rechenzentren in Tokio erzielte geringe Latenz die Liquiditätsperformance deutlich verbessert. Gleichzeitig hat der traditionelle Finanzmarkt solche Unterschiede durch präzise Ingenieurskunst weitgehend eliminiert, während im DeFi-Bereich noch keine entsprechenden Mechanismen etabliert wurden.
Während institutionelle Gelder weiterhin in den Markt strömen, verschiebt sich der Kryptomarkt zunehmend hin zu einer performancegetriebenen Ausrichtung. In der aktuellen Umgebung werden Netzwerk-Latenz, Knoten-Layout und Infrastrukturfähigkeiten zu entscheidenden Faktoren, die die Handelseffizienz und die Marktposition beeinflussen. (CoinDesk)