Wall Street Investment Bank JPMorgan hat in einem aktuellen Bericht festgestellt, dass Bitcoin in Zeiten des Kapitalabflusses aus traditionellen Absicherungsanlagen wie Gold und Silber, bei Positionen-Closing und verschlechterter Liquidität eine stärkere Widerstandsfähigkeit zeigt. Analysten erklären, dass die Verschlechterung der Liquiditätssituation bei Gold dazu geführt hat, dass dessen Marktabdeckung (Market Breadth) unter das Niveau von Bitcoin gefallen ist.
(Vorheriger Kontext: Trotz eines Rückgangs von 40 % kaufen Institutionen weiterhin! Bitcoin-ETFs ziehen in diesem Monat 2,5 Milliarden US-Dollar an, die Widerstandsfähigkeit übertrifft die damalige „Gold-Crash“-Periode.)
(Hintergrund: Was ist die Logik hinter dem Anstieg von Bitcoin auf 76.000 USD, dem Übertreffen von Gold und Öl im Kontext des Iran-Irak-Konflikts?)
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Der Glanz traditioneller Absicherungsanlagen scheint zu schwinden, während die Marktstruktur von Kryptowährungen zunehmend stabiler wird. Laut dem neuesten Bericht der Wall Street Investmentbank JPMorgan zeigen Bitcoin (BTC) eine stärkere Widerstandsfähigkeit als traditionelle Absicherungsanlagen, während Gold und Silber durch Kapitalabflüsse und Liquiditätsverschlechterung belastet werden.
Das Analystenteam um Nikolaos Panigirtzoglou hebt in ihrem Bericht am Mittwoch deutlich hervor:
„Die Verschlechterung der Liquiditätssituation bei Gold hat dazu geführt, dass dessen Marktabdeckung (Market Breadth) auf ein Niveau gefallen ist, das derzeit unter dem von Bitcoin liegt.“
Angesichts der eskalierenden Konflikte im Nahen Osten (Iran) und der geopolitischen Unsicherheit, bei denen die internationalen Ölpreise die Marke von 100 USD pro Barrel überschritten haben, zeigt Bitcoin in den letzten Wochen eine relativ stabile Performance. Obwohl Bitcoin zu Beginn der Krise mit anderen Risikoanlagen synchron abgestürzt ist und kurzzeitig auf das Niveau von 60.000 USD gefallen ist, was zu groß angelegten Liquidationen führte, war dieser Abverkauf nur von kurzer Dauer.
Anschließend stabilisierte sich der Bitcoin-Preis rasch zwischen 60.000 USD und 70.000 USD, trotz anhaltender geopolitischer Spannungen. Die Analyse deutet darauf hin, dass dieses Kursverhalten zeigt, dass Bitcoin in der Anfangsphase der Krise nicht nur als reines „Hedging“-Asset agierte, sondern eher eine Art High-Beta-Gesamtwirtschaftsasset ist — zunächst verkauft, aber mit abnehmender Panik, zunehmender Long-Positionierung und Kapitalrückflüssen schnell wieder gestützt wird.
Im Vergleich dazu stehen die Edelmetallmärkte unter erheblichem Verkaufsdruck. Gold ist in diesem Monat bereits um etwa 15 % gefallen, was eine Umkehr der im Januar erreichten Rekordhochs von fast 5.500 USD darstellt. Auch Silber, das fast 120 USD erreichte, befindet sich im Abwärtstrend.
Die Analysten von JPMorgan führen den Rückgang bei den Edelmetallen auf steigende Zinsen, einen starken Dollar sowie Gewinnmitnahmen bei Privatanlegern und institutionellen Investoren zurück. Die Kapitalflussdaten bestätigen dies: In den ersten drei Wochen im März verzeichneten Gold-ETFs einen Abfluss von fast 11 Milliarden USD, während die seit letztem Sommer aufgebaute Silber-ETF-Positionen vollständig liquidiert wurden. Im Gegensatz dazu ziehen Bitcoin-Fonds weiterhin Kapitalzuflüsse an.
Auch die Daten zu institutionellen Positionen zeigen eine Divergenz. Laut den Futures-Open-Interest-Daten der Chicago Mercantile Exchange (CME) stiegen die Exposure bei Gold und Silber zwischen Ende 2025 und Anfang 2026 stark an, sind aber seit Januar durch Positionenabbau der Investoren deutlich zurückgegangen; im Gegensatz dazu bleiben die Bitcoin-Futures-Positionen in den letzten Wochen relativ stabil.
Im Hinblick auf die Dynamik haben Trendfolger wie CTAs ihre Exposure bei Gold und Silber deutlich reduziert, was die Überkauft-Signale in den Indikatoren von überkauften Zonen auf ein neutrales Niveau sinken ließ und den jüngsten Abwärtstrend verstärkte. Gleichzeitig erholt sich die Dynamik bei Bitcoin allmählich vom Überverkauft-Zustand, was auf eine mögliche Abschwächung des Verkaufsdrucks hindeutet.
Abschließend fasst der Bericht zusammen, dass die Liquiditätsbreite bei Gold derzeit hinter der von Bitcoin zurückbleibt, während Silber noch schwächer wird. Die mangelnde Markttiefe verstärkt die jüngsten starken Kursschwankungen.