Handelskunst oder geopolitische Fantasie? Am 23. Tag schlug Trump in einem Interview vor, die blockierte Hormuzstraße künftig gemeinsam von den USA und Iran kontrollieren zu lassen, sogar scherzhaft, die Verwaltung an ihn selbst und den obersten Führer zu übertragen. Ist dieser Plan wirklich umsetzbar?
(Vorheriger Kontext: Ausländische Medien berichten über Trumps „15-Punkte-Friedensplan“ für den Iran: Der Iran soll das Nuklearprogramm vollständig aufgeben und die Sanktionen aufgehoben werden, könnte sich die Lage im Nahen Osten ändern?)
(Hintergrund: Trump fordert in Verhandlungen, die Hormuzstraße „gemeinsam mit den USA zu kontrollieren“, Iran kontert mit Fake News: Das Pentagon bereitet hinter den Kulissen die Eroberung der Insel vor)
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Am 23. März 2026 äußerte US-Präsident Trump in einem Interview eine überraschende Idee: Wenn die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, könnten die USA und der Iran die Kontrolle über die Hormuzstraße – die lebenswichtige Wasserstraße für den globalen Öltransport – gemeinsam übernehmen. Trump zeichnete sogar scherzhaft eine zukünftige Verwaltungsform: „Vielleicht bin ich es, und der oberste Führer, egal wer jetzt oder in der nächsten Amtszeit, ist auch dabei.“
Diese Äußerung zog sofort weltweite Aufmerksamkeit auf sich, wurde aber auch von Teheran energisch zurückgewiesen. Das iranische Außenministerium erklärte, es gebe keine substantielle Verhandlung mit den USA, und betonte, die Sicherheit der Straße sei eine rote Linie der Souveränität, die kein fremder Einfluss verletzen dürfe. Wie realistisch ist also Trumps „Gemeinsame Kontrolle“-Plan? Wir analysieren das aus drei Perspektiven.
Für den Iran ist die Hormuzstraße ein strategisches Kernvermögen, das direkt die nationale Sicherheit und geopolitische Macht beeinflusst. „Gemeinsame Kontrolle“ würde als Souveränitätsverzicht gewertet, was politisch äußerst teuer ist. Allerdings gibt es bereits Fälle, bei denen Schiffe gegen Gebühr durch die Straße fahren, was Flexibilität zeigt. Wenn Trumps Vorschlag eine „Schutz- oder Transitgebühr“ in Form eines formalisierten Systems darstellt und durch Sanktionen aufgehoben wird, könnte der Iran unter wirtschaftlichem Druck eine informelle Einigung in Betracht ziehen. Eine offizielle gemeinsame Kontrolle bleibt aber äußerst unwahrscheinlich.
Trumps „gemeinsame Kontrolle“ könnte auch weniger militärisch, sondern eher technischer oder administrativer Natur sein. Beispielsweise könnte man ein Modell ähnlich dem Suez-Kanal schaffen, bei dem eine „Gemeinsame Schifffahrtsverwaltung“ von Drittstaaten (z.B. Oman, Katar) moderiert wird, um den Schiffsverkehr und die Sicherheit zu überwachen und die Energieflüsse zu sichern. Dieses Modell entspricht Trumps „Stabilität bringt Profit“-Denken und würde Iran die formale Kontrolle belassen – eine pragmatische Kompromisslösung mit moderater Umsetzbarkeit.
Dieses Angebot könnte auch eine strategische Falle sein:
Aus dieser Perspektive ist Trumps Äußerung eher ein psychologisches und Verhandlungsinstrument als ein konkreter Umsetzungsplan.
Kurzfristig ist eine „gemeinsame Kontrolle“ der Hormuzstraße zwischen den USA und Iran kaum realistisch, da sie zentrale Souveränitäts- und Sicherheitsinteressen berührt. Wird sie jedoch als „internationale Seeverkehrsregelung“ verpackt, mit Mitteln Dritter und wirtschaftlichen Mechanismen, könnte die USA Einfluss auf iranische Entscheidungen gewinnen und im globalen Energiemarkt strategische Vorteile erzielen. Trumps Vorschlag ist eher ein riskantes Spiel um Preis und Psychologie: Für die USA ein Hebel zur Stabilisierung der Ölpreise, für den Iran ein Test der amerikanischen Grenzen.
Der wahre Wert dieses Plans liegt daher weniger in seiner sofortigen Umsetzung, sondern in der Schaffung von Verhandlungsspielräumen durch Diplomatie, Medien und psychologisches Taktieren für zukünftige Energie- und Sicherheitsabkommen.